Dieser Tage erscheint der dritte Teil der Millennium-Trilogie von Stig Larsson in den deutschen Kinos. Unter dem deutschen Titel “Vergebung” erleben wir endlich die Auflösung und Abrechnung einer Geschichte, die, ohne das wir es ahnten, bereits im ersten Teil ihren Anfang nahm. Beziehungsweise zeitlich lange vor den Geschehnissen im ersten Teil (”Verblendung”).
Apropos, kleiner Gedankeneinschub: Warum das Ding sowohl als Buch als auch als Film “Vergebung” heiss, ist mir trotz längerem Sinnieren schleierhaft geblieben. Das Original heisst “Luftslottet som sprängdes” was uebersetzt ungefähr “Das Luftschloss, das gesprengt wurde” heisst. Und sich genau auf den Inhalt der geschichte bezieht, geht es doch um einen aufgeblasenen Machtapparat, von einigen wenigen erschaffen, der schliesslich von den Hauptpersonen enthuellt und damit zerstört wird. Was das mit “Vergebung” zu tun haben soll wissen nur Leute, die viel schlauer sind als ich…
Hier in Schweden lief der Film bereits vor einiger Zeit mit grossem Erfolg. Michael Nyqvist spielt wieder den Journalisten Mikael “Kalle” Blomkvist, der trotz gewisser Längen im Film das Dilemma des investigativen Journalisten darstellt: Wie weit darf und soll man gehen, um Böses aufzudecken, wenn gleichzeitig alle in der näheren Umgebung von ebendiesem Bösen bedroht werden. An Leib und Leben bedroht, wohlgemerkt.
Und Lisbeth Salander wird verkörpert von Noomi Rapace, welche die Figur darstellt, wie ich sie mir beim Lesen der Buecher nie vorgestellt habe, nur um zu beweisen, dass in sehr seltenen Fällen Schauspielerei besser darstellen kann als die eigene Fantasie. Lisbeth ist allerdings in ihrer Bewegungsfähigkeit recht eingeschränkt, liegt sie doch mit Kopschuss unter Polizeibewachung im Krankenhaus. Bis sie ein Blackberry zugesteckt bekommt jedenfalls. Und Kalle Blomkvist wuehlt sich unter Lebensgefahr durch Schichten uebelster nationaler Verschwörung, dass es einem nur so gruselt.
Die Auflösung ist gewaltig und erschuettert das ganze Land. Ein Luftschloss eben, welches gesprengt wird.
Die Millennium-Romane zu verfilmen ist gewiss nicht einfach. Vieles ist natuerlich verkuerzt, manches anders dargestellt, als man es aus den Buechern in Erinnerung hat. Ich mag die Filme trotzdem und auch der aktuelle dritte Teil ist es wert, gesehen zu werden. Und die beiden Vorgängen gibts auf DVD, falls nocht nicht angeschaut.
Vergebung
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