Man könnte ja manchmal fast verzweifeln am Irresein unserer Welt. Wohin man blickt, Krisen, Ungerechtigkeit, Krieg, globale Erwärmung, und nun wird wohl auch noch der designierte Aussenminister Aussenminister. Da man als Psychotherapeut aber gerne auch die positiven Dinge des Lebens betrachten sollte, um seinem Patienten ein wenig Hoffnung im alltäglichen Jammertal zu geben, habe ich hier einige kleine aber feine Verbesserungen unseres Soziallebens entdeckt, die ich zwecks Steigerung von Hoffnung und Durchhaltevermögen gerne an meine Patienten die lieben Leser weitergegeben hätte:
Endlich verbesserter Täterschutz
Wie ua die BILD berichtet (http://www.bild.de/BILD/regional/dresden/aktuell/2009/10/12/1800-euro-strafe/weil-ich-mich-gewehrt-habe.html), wurden mehrere jugendliche Gewalttäter in einer S-Bahn in Dresden von einem offensichtlich gewaltbereiten Opfer mit Pfefferspray attackiert. Dabei wollten die wahrscheinlich doch nur spielen, wie es der Kampfhundbesitzer in der Nachbarschaft wohl ausdruecken wuerde. Bischen Menschen verpruegeln, eventuell tottreten und ganz allgemein halt Spass haben. Dieses dresdner Opfer jedoch hatte keine Lust, seine Rolle richtig zu spielen und wehrte sich mit Pfefferspray. Und tat damit mindestens einem der anwesenden gewaltbereiten asozialen Jugendlichen ganz doll weh. Da dies in Deutschland jedoch gegen die Spielregeln verstösst ( noch immer gilt als Regel, sich totschlagen zu lassen und dann posthum mit dem Verdienstkreuz geehrt zu werden), erhielt das gewalttätige Opfer eine gerechte Ordnungsstrafe von 1800 Euro. Meiner Ansicht nach ein deutliches Signal zur Verbesserung des Täterschutzes in Deutschland.
Endlich die Wahrheit ueber die Besenkammer
Ganze Generationen von Mitmenschen zerbrachen sich ueber Jahre den Kopf, wie es der Boris in der Besenkammer gemacht haben könnte. Jetzt endlich bringt Boris selbst die Wahrheit ans Licht (http://www.stern.de/lifestyle/leute/boris-beckers-gestaendnis-es-war-nicht-die-besenkammer-1514932.html): Es war in Wirklichkeit im Treppenhaus zwischen zwei Toiletten. Im Namen aller Weltbuerger danke ich fuer dieses wichtige Detail aktueller deutscher Geschichte.
Endlich mehr Mut zu gross angelegten Pharmaexperimenten
Was neue Medikamente so teuer macht, laut Pharmaindustrie, ist diese leidige Pflicht, neue Mittel ständig und ueber lange Zeit immer und immer wieder auf Wirkung und Verträglichkeit zu testen, bevor man sie zur Anwendung zulässt. Beim neuen Grippeimpfstoff sparen wir diese lästigen langdauernden Verträglichkeitsstudien und impfen weite Teile der Weltbevölkerung direkt. Sollte es dennoch Probleme mit der Verträglichkeit oder sogar unerwuenschte Langzeitfolgen geben, wissen wir es auf jeden Fall nach durchgefuehrter Impfaktion. Mir persönlich gibt es jedenfalls das gute Gefuehl, aktiv und mit eigenem Einsatz an der Einfuehrung neuer Medikamente (oder in diesem Fall Impfstoffe) teilnehmen zu duerfen.
Endlich eine Chance fuer die Jugend
Frankreich macht es uns vor: Jean Sarkozy (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,655125,00.html), wirklich nur rein zufällig Sohn von Präsident Nicolas Sarkozy, wird Chef einer Behörde. Jean, 23, ohne Hochschulabschluss, fuehlt sich weder zu jung noch zu unausgebildet fuer den gutdotierten Posten. Ich glaube wirklich, genau wie Jean und Papa Sarkozy, und damit sind wir ja schon drei die das glauben, dass nicht Verwandschaft oder Abstammung, sondern einzig und allein persönliche Kompetenz und Eignung ausschlaggebend waren. Ein gewiss positives Signal fuer alle jungen Menschen weltweit, sich ohne Berufsausbildung um höhere Posten zu bewerben. Ich persönlich habe meine Tochter (9 Jahre alt aber wirklich gut in Mathe, spricht zwei Sprachen, Deutsch und Schwedisch und war schon Klassensprecherin in der Zweiten) als Direktorin an unserem Krankenhaus vorgeschlagen und erwarte eine positive Antwort in den nächsten Tagen.
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