Dem Wahlkampf fehlt es an Schwung

Die Ueberschrift sagts: Ich langweile mich bei meiner kleinen täglichen Presseschau. Dass in Deutschland gerade Wahlkampf herrscht, weiss man auch nur, wenn man den Begriff “Wahlkampf” googlet. Oder googelt. Und am spannendsten sind da noch die Kapriolen, die Ministerpräsident Althaus in Thueringen veranstaltet. Was per se ja auch nicht Wahlkampf ist sondern Nach-Wahl-Krampf. Wenn ich mir das Wortspiel erlauben darf. So originell wie meine vorhergehenden Sätze ist aber auch die politische Wirklichkeit in unserem Land. Nicht mal ueber Steinmeier lästern macht wirklich Spass, man tritt ja auch bekanntlich keinem mehr, der am Boden liegt, gegen den Kopf. Naja, manche tun das schon, aber ueberwiegend gewaltbereite Jugendliche mit bevorzugt Migrationshintergrund. Und die gehen weniger oft wählen, sind also politisch uninteressant.
Meine kleine historische Analyse, was hier gerade schief läuft, zeigt ganz klar, warum wir alle spätestens bei der Tagesschau einschlafen und nur noch auf die Wettervorhersage warten:
 
Der aktuelle Wahlkampf lässt deutlich an Polemik missen.
 
Gerne erinnere ich mich an grandiose Wahlen in meiner Kindheit, die mit dem Slogan “Deutschland den Deutschen, Ausländer raus” selbst den politikuniteressiertesten Mitbuerger emotionell bewegten. Ich empfand das als eine ausgesprochen stimulierende Zeit, war ich doch damals das einzige Ausländerkind auf einem konservativen Gymnasium und hatte dadurch die Freude, mich noch von solchen Spruechen gekränkt zu fuehlen. Und bedroht. Aber heutzutage: nichts los in dieser Richtung. Kein wohliger Schauer, der einem ueber den Ruecken läuft, wenn ganze Volksgruppen, am Besten die eigene, diffamiert und diskriminiert werden. Nicht mal die CSU ist noch fuer einen guten derben Spass zu haben. Der einzige vielversprechende polemische Lichtblick wird von einem eher unbekannten B-Politiker namens Ruettgers geliefert, der irgendwas ueber Rumänen gesagt hat. Dies aber gleich wieder mit Entschuldigung und war-nicht-so-gemeint zuruecknimmt. Schwach, liebe Politiker. Seeeehr schwach. Polemik Sechs, setzen.
Hiermit stelle ich mich gegen ein kleines Entgelt (siehe auch Artikel “korrupter Politiker” hier weiter hinten irgendwo) bereit, ein unschlagbares Polemik-Wahlkampf-Thema zur Verfuegung zu stellen. Nach intensiven Recherchen in meinen Nasennebenhöhlen komme ich zu dem wissenschaftlich fundierten Schluss, dass folgende Bevölkerungsgruppen wahlkampftauglich sind:
 
- Computerspiele-Spieler weil die sind alle krank und potenzielle Amokläufer. 
- junge Menschen mit Migrationshintergrund weil die sind auch alle krank.
- Rumänen weil Arbeitsplätze.
 
Die neue wahlkampffähige Zielgruppe sind also meines Erachtens junge computerspielende Menschen mit rumänischen Migrationshintergrund. Auf diese, liebe Politiker, solltet ihr euch noch ganz schnell einschiessen, bevor ganz Deutschland in ein wahlkampfbedingtes Koma fällt.
Die Gruenen bekommen das Thema, wenn sie es denn aufgreifen, geschenkt. Die CSU muss allerdings etwas mehr zahlen, denn eigentlich hätte ich ein solches Thema von denen erwartet. Statt dessen muss ein emigrierter Psychiater der deutschen Politik auf die Spruenge helfen. Schwach. Seeeehr schwach.

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